Pack die Freude in eine Kiste. Schließ sie zu. Diese Momente sind zu leise um sich zu freuen. Ich will mich freuen, wenn mich alle anschauen. Ich will die Freude in mein Herz schließen, ich will sie dann öffnen, wenn es mir richtig erscheint. Wenn ich das Gefühl hab, dass diese Euphorie plötzlich alles ändern kann. Ich will diese Leichtigkeit in den Momenten, in denen ich sie brauche. Wie schnell ich doch manchmal glücklich zu stimmen bin. Ich brauch nur ein bisschen Sonnenschein, einen netten Jungen, ein hübsches Spiegelbild oder einen guten Gedanken. Oder am besten gleich alles.

22.10.10 10:02


die momente die mich fertig machen. ein kleines stückchen. die zeit, die mich zum nachdenken bringt. die gedanken über alles und jeden, über mich, über meine rechte (die ich mir nicht zugestehe). die musik die mich weiter hinabzieht, ein kleines stückchen, aber mir immerhin 'echt' in diesem augenblicken erscheint.
12.7.10 17:34


die leiden des jungen werther



"die meisten verarbeiten den größten teil der zeit, um zu leben, und das bißchen, das ihnen von freiheit übrigbleibt, ängstigt sie so, daß sie alle mittel aufsuchen, um es loszuwerden"

"wenn ich die einschränkung ansehe, in welcher die tätigen und forschenden kräfte des menschen eingesperrt sind; wenn ich sehe, wie alle wirksamkeit dahinaus läuft, sich die befriedigung von bedürfnissen zu verschaffen, die wieder keinen zweck haben, als unsere arme existenz zu verlängern, und dann, daß alle beruhigung über gewisse punkte des nachforschens nur eine träumende resignation ist, da man sich die wände, zwischen denen man gefangen sitzt, mit bunten gestalten und lichten aussichten bemalt - das alles, willhelm, macht mich stumm. ich kehre in mich selbst zurück und finde eine welt!"

"...und die ganze welt verliert sich um mich her"

"ja, lieber willhelm, meinem herzen sind die kinder am nächsten auf der erde. wenn ich ihnen zusehe und in dem kleinen dinge die keime aller tugenden, aller kräfte sehe, die sie einmal so nötig brauchen werden; wenn ich in dem eigensinne künftige standhaftigkeit und festigkeit des charakters, in dem mutwillen guten humor und leichtigkeit, über die gefahren der welt hinzuschlüpfen, erblicke, alles so unverdorben, so ganz! - immer, immer wiederhole ich dann die goldenen worte des lehrers der menschen: wenn ihr nicht werdet wie eines von diesen! und nun, mein bester, sie, die unseresgleichen sind, die wir als unsere muster ansehen sollten, behandeln wie als untertanen. sie sollen keinen willen haben! - haben wir denn keinen? und wo liegt das vorrecht?"

"ist es nicht genug, dass wir einander nicht glücklich machen können, müssen wir auch noch einander das vergnügen rauben, das jedes herz sich noch manchmal selbst gewähren kann? und nennen sie mir den menschen, der übler laune ist und so brav dabei, sie zu verbergen, sie allein zu tragen, ohne die freude um sich her zu zerstören! oder ist sie nicht vielmehr ein innere unmut über unsere eigene unwürdigkeit, ein mißfallen an uns selbst, das immer mit einem neide verknüpft ist, der durch eine törichte eitelkeit aufgehetzt wird? wir sehen glückliche menschen, die wir nicht glücklich machen, und das ist unerträglich."
21.6.10 20:21


BAD BOY BUBBY



Die guten Filme sind die, die uns bewegen. Es sind die, die uns zum nachdenken bringen. Die uns in eine Stimmung versetzten, in der wir auch nach Ende des Filmes noch verweilen. Die uns zum mitfiebern bewegen, uns zum lachen oder weinen bringen. Die neue Blickwinkel auf unsere Welt schaffen. Filme, die faszinierend und abstoßend sein können.

Der Film Bad Boy Bubby ist einer von diesen. In erster Linie ist er erstmal eines, nämlich wahnsinnig grotesk. Inzest, Mord, der geistig zurückgebliebene Bubby und seine Entdeckungsreise durch die Welt sind Dinge, die dem Film zu etwas besonderem, nicht alltäglichem machen. Und doch findet man, obwohl die Geschichte tragischer nicht sein könnte, auch witzige Momente.
Der 35jährige Bubby wurde Zeit seines Lebens eingesperrt. Eine Katze, Kakerlaken und die eigene Mutter sind die einzigen Lebewesen, die er je gesehen hat. Als plötzlich sein Vater wieder auftaucht, benötigt die Mutter ihn nicht mehr und wirft ihn kurzerhand hinaus in eine Welt, die Bubby absolut fremd ist. Mit der toten, in Plastikfolie gewickelten Katze im Koffer (er wollte ausprobieren, ob Katzen wirklich nicht atmen, so wie seine Mutter ihn erzählte) trifft Bubby Menschen, die ihn verurteilen, sich in ihn verlieben, Angst vor ihm haben, sich um ihn kümmern oder ihn schlagen. Das eigenständige Sprechen nie wirklich gelernt, gelangt er mit seinen Nach-Plapper-Aktionen immer wieder in Schwierigkeiten, bringt es aber ebenso damit zu großem Erfolg in einer Musikband.
Wenn man seltsame und unkonventionelle Filme mag, sollte man sich ihn wohl mal ansehen!

8.6.10 18:09


die liebe liebe



"To love at all is to be vulnerable. Love anything, and your heart will certainly be wrung and possibly broken. If you want to make sure of keeping it intact, you must give your heart to no one, not even to an animal. Wrap it carefully round with hobbies and little luxuries; avoid all entanglements; lock it up safe in the casket or coffin of your selfishness. But in that casket- safe, dark, motionless, airless—it will change. It will not be broken; it will become unbreakable, impenetrable, irredeemable."
C.S.Lewis

"Love comes when manipulation stops; when you think more about the other person than about his or her reactions to you. When you dare to reveal yourself fully. When you dare to be vulnerable."
Dr. Joyce Brot

5.5.10 20:21


P.P & Co



"...wenn man acht oder neun stunden lang aufeinander eingeschlagen hat, entwickelt sich ein ganz eigenartiges gefühl der verbundenheint."

"je weniger man an das leben glaubt, desto weniger hat man zu verlieren."

"glaubst du, diese splitter in unseren händen wandern mal bis ins herz?"

pittsburgh phil & co - charles bukowski

24.4.10 07:29


bein und blut und so




damit uns noch mal allen ins gedächtnis gerufen wird, dass wir auf uns aufpassen sollten. eigentlich. und wenn ich mal dirty pretty things zitieren darf: 'blood on my shoes'. freitag war das, glaub ich.

(gerade tun sich graue pfade vor mir auf mit hohen, undurchdringbaren und farblosen bäumen. nur ein moment-gefühl)

22.2.10 19:03


schwarz-weiß-film



wir befinden uns immer noch im alten schwarz-weiß-film. wolken ziehen an unseren fenstern vorbei, eingehüllt in der hellblauen, unerträglichen unendlichkeit. ich sehe die sonne, irgendwo. von irgendwo bescheint sie häuser, die wie soldaten eingereiht in dieser kleinen, heruntergekommenen vorstadtsiedlung stehen. sie pocht an fenster, beschmutzte fenster, hinter denen wir stiff little fingers und the smiths hörten und uns einig waren, dass für diese gelbe sonne keinen platz im selbstgedrehten schwarz-weiß-film sei. wir verdunkelten die fenster, schrieben unsere parolen drauf. john lennons "time you enjoy wasting was not wasted" prankte in zerlaufener, weißer farbe über der eingangstür, die grundsätzlich immer verschlossen blieb. hatten wir freiheitsdrang öffneten wir die fenster oder schlugen sie ein, sprangen aus dem ersten stockwerk oder dem zweiten, manchmal liefen wir gegen die graue backsteinwand, so lange, bis unsere haut ganz weiß wurde.
wir definierten uns als lebenskünstler. das leben sollte einem film gleichen und wir, wir waren die darstellenden akteure. wir waren nicht mehr irgendwer, wir waren die menschen, um die sich alles drehte. plötzlich, ganz plötzlich, waren wir wichtig.

(geschrieben am 12.02.2010)

13.2.10 11:07


Elephant




Elephant ist ein unkonventioneller Film des Regiesseurs Gus Van Sant aus dem Jahre 2003, (frei) angelehnt an dem Schulmassaker von Littleton (1999).
Der Film spielt an einem ganz normalen und gewöhnlichen Highschool-Tag. Durch Zeitsprünge werden die verschiedensten Situationen und Szenen wiederholt und lassen sich so immer aus der Sicht eines anderen Charakters betrachten. Der Alltag wird eingefangen, so folgt die Kamera beispielsweise den Schülern durch lange Flure, ohne jeglichen, groß spannenden Zwischenfall.
Und dann sind da plötzlich Alex und Eric, die mit Armeeanzügen und großen Taschen die Schule betreten.
Regiesseur Gus Van Sant widmete sich dem Thema, ohne einen großen Erklärungsversuch zu geben. Den letzten Tag wollte er zeigen, nicht die Tage/Wochen/Monate davor, die uns vielleicht einen genaueren Blick auf die Handlungsmotive der beiden Jungs gegeben hätten. Auf die Frage "Warum?" antwortete er bei einem Interview: "Wenn wir gewusst hätten welche Gründe es für diese Tat gab, hätten wir sie einfließen lassen. Aber es gab so viele Gründe, warum es passierte. Vielleicht war es das Wetter, also zeigten wie Wolken. Vielleicht war es Wahnsinn, also hält er sich den Kopf. Vielleicht waren es die Videospiele, die sie gespielt haben oder Dinge, die man ihm in der Schule an den Kopf geworfen hat..."
Wer sich also erhofft, durch diesen Film in die Psyche der beiden Täter eindringen zu können, der wird enttäuscht sein. Aber womöglich erscheint uns die Tat so viel schockierender, wenn sie plötzlich, aus dem nichts heraus geschieht und wir nur, wenn überhaupt, Vermutungen anstellen können.

(Mir hat der Film sehr gefallen. Auch das plötzliche, unerwartete Ende, was einem zwingt, einen Moment länger als meist bei Filmen üblich, drüber nachzudenken.)  

7.2.10 15:54


Politik



"mir liegt alles politische nicht, sonst wäre ich längst revolutionär"
herman hesse

"alle revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, dass sich vieles ändern lässt, bloß nicht die menschen" 
karl marx

"und dann hat letztens noch jemand gesagt, und es war so einer in rot und schwarz und mit viel liebe im eigens dafür aufgeschnallten rucksack: "unpolitisch gibt es nicht, es gibt nur denken und nicht denken."
ich dachte nach, tagelang, und plötzlich war ich unpolitisch."
'ich bin schizophren und es geht mir allen gut', dirk bernemann

3.2.10 18:19


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